Grafitti Kunst

Wie so Vieles, hat auch die Graffiti Kunst ihren Ursprung in den Städten der USA. In den 1960er Jahren begannen New Yorker Jugendliche, in Form von später so genannten “Tags”, ihre Namen oder Pseudonyme auf Wänden, in U-Bahnwagons oder U-Bahnstationen zu hinterlassen. Diese Tags bilden die Basis der sich rasant entwickelten Graffiti-Kunst. Von der Bevölkerung wurde die Kunst dabei allerdings nicht akzeptiert. Die Tags wurden als Sachbeschädigung angesehen und wurden durch eine entsprechenden Gesetzgebung sogar illegal. Dies hinderte die sogenannten Writer aber nicht daran, weiter ihre speziellen Styles zu entwickeln, die in der Folge ständig perfektioniert wurden. Eines der ersten Meisterstücke, gesprüht von “Supercool” in Pink und Gelb, entstand in New York im Jahr 1972. 1973 wurde der auch mittlerweile heute in Deutschland bekannte 3D-Style entwickelt. Der Soziologiestudent Hugo Martinez gründete die “United Graffiti Artists (UGA)”. Von diesem Zeitpunkt an wurde die Graffiti-Kunst durch Galeristen ausgestellt und gesellschaftlich etabliert.
Die Szene hat auch hierzulande einen eigenen Jargon entwickelt, der unter Hip-Hopern weit verbreitet ist. So ist unter “Background” der Hintergrund eines “Pieces” (großformatiges Graffiti) zu verstehen. Das “Blackbook” ist ein mit eingeklebten Fotos und Widmungen befreundeter Writer versehenes Skizzenbuch. Unter “bomben” ist das Sprühen möglichst vieler und möglichst illegaler Tags. Der “Bubblestyle” ist ein Stil mit rundlichen, wolkenförmigen Buchstaben. Der “Burner” – mittlerweile auch im Sprachgebrauch von allen gesellschaftlichen Schichten und Altersklassen für besonders toll und erfolgreich – ist ein gelungenes und gut sichtbares Bild, welches auch außerhalb der Graffiti-Szene Anerkennung findet. “Highlights” sind gemalte Lichtreflexe, meist weiße Linien im Innenbereich der Buchstaben, die “Hall of fame” oder “Hall” sind legalisierte Flächen mit oft hochwertigen Bildern.
Zu Beginn der aufkommenden Graffiti-Kunst verewigten sich auch Künstler mit ihren Signets an Häuserwänden oder Mauern deutscher Städte. Zunächst noch illegal, etablierte sich auch hier wie in den USA eine akzeptierte Künstlergemeinde. Wer von der älteren Generation kennt nicht noch den “Sprayer von Zürich”?

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